Rekordjahr für US-LNG in deutschen Häfen
Die deutschen LNG-Importe aus den USA haben im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Auswertung aktueller Daten wurden rund 101 Terawattstunden (TWh) Flüssigerdgas aus den Vereinigten Staaten eingeführt – ein Plus von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit stammt inzwischen etwa 96 Prozent des in Deutschland angelandeten LNG aus den USA.
Milliardenkosten und wachsende Risiken
Mit den stark gestiegenen Importmengen kletterten auch die Ausgaben deutlich. Die Lieferungen aus den USA schlugen 2025 mit rund 3,2 Milliarden US-Dollar zu Buche. Im Vergleich dazu lagen die Kosten im Jahr zuvor noch bei etwa 1,9 Milliarden US-Dollar. Kritiker sehen darin ein klares Signal für eine zunehmende energiepolitische Abhängigkeit von einem schwer kalkulierbaren Partner.
Kritik an neuer fossiler Abhängigkeit
Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe geht es bei den hohen LNG-Importen längst nicht mehr um eine kurzfristige Absicherung der Energieversorgung. Stattdessen werde Deutschland zunehmend in eine neue fossile Abhängigkeit gedrängt. Gefordert wird ein sofortiger Stopp neuer Importverträge für US-Frackinggas sowie ein Ende des weiteren Ausbaus von LNG-Terminals an den deutschen Küsten.
Ausbau erneuerbarer Energien als Ausweg
Aus Sicht der Umweltschützer liegt die Lösung nicht in immer neuen Gaslieferungen, sondern im konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und in umfassenden Effizienzprogrammen. Nur so lasse sich langfristig Versorgungssicherheit erreichen – und gleichzeitig das Klima schützen.
LNG-Terminals: Zahlen zur Auslastung
Eine weitere Auswertung zeigt, wie stark die deutschen LNG-Terminals 2025 genutzt wurden:
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Wilhelmshaven: rund 57 TWh eingespeistes Erdgas
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Rügen: etwa 27 TWh
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Brunsbüttel: rund 22 TWh
Bei der Auslastung lag Brunsbüttel mit 84 Prozent vorn. Es folgten die beiden Terminalschiffe in Wilhelmshaven mit zusammen rund 65 Prozent sowie das Terminal auf Rügen mit etwa 48 Prozent. Grundlage der Berechnung sind Angaben zur technischen Kapazität und tatsächlichen Nutzung.
Fossile Strategie unter Druck
Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt aus Sicht der DUH deutlich, dass eine auf fossile Energieimporte ausgerichtete Strategie die energiepolitische Verwundbarkeit Deutschlands erhöht. Da es sich bei den US-Lieferungen überwiegend um Fracking-Gas handelt, werden zudem erhebliche Klimaschäden befürchtet. Die Forderung: ein klarer Kurswechsel hin zu weniger Importabhängigkeit und mehr nachhaltiger Energieversorgung.
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